Übungstag in Birgitz

Am Samstag, den 25. April 2026, fand in Birgitz ein Übungstag statt, der von der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr organisiert und durchgeführt wurde. An dieser Großübung nahmen die Feuerwehren aus Birgitz, Axams, Grinzens, Götzens, Natters, Kreith und Völs teil. Jede der teilnehmenden Wehren war mit einem Einsatzfahrzeug vor Ort, um verschiedene Einsatzszenarien zu trainieren.

Die Übungen waren so konzipiert, dass jede Feuerwehr alle vier vorbereiteten Szenarien durchlief. Dabei konnten die Einsatzkräfte ihre Fähigkeiten unter realistischen Bedingungen unter Beweis stellen und gleichzeitig wertvolle Erfahrungen im Umgang mit unterschiedlichen Notfallsituationen sammeln.

Szenario 1: Fahrzeugbrand

Das erste Szenario simulierte einen Fahrzeugbrand auf einem Parkplatz, bei dem zusätzlich eine verletzte Person aus dem Gefahrenbereich gerettet werden musste. Nach einer zügigen Lageerkundung durch den Gruppenkommandanten LM Andreas Kleisner rüsteten zwei Mitglieder der Besatzung des Tanklöschfahrzeuges schweren Atemschutz aus, während die übrige Mannschaft eine Wasserversorgung vom nahegelegenen Hydranten herstellte und ein Hohlstrahlrohr sowie ein zweites Rohr mit Schaumaufsatz vorbereitete. Der Atemschutztrupp rettete zunächst die verletzte Person und führte im Anschluss einen umfassenden Löschangriff durch, um den Brand zu bekämpfen.

Szenario 2: Personenrettung nach Stromunfall

Im zweiten Szenario ging es um die Personenrettung nach einem Stromunfall. Während Grabungsarbeiten war eine erdverlegte Starkstromleitung beschädigt worden, wodurch eine Person, die sich mit Vorbereitungsarbeiten in einem Abrollcontainer beschäftigte, verletzt wurde. Nach einer allgemeinen Stromabschaltung näherten sich die Einsatzkräfte vorsichtig der Unfallstelle und verschafften sich einen Überblick über die Lage. Der Gruppenkommandant entsandte umgehend zwei Personen in das Innere des Containers, um die verletzte Person zu betreuen und für den Abtransport mit der Schleifkorbtrage vorzubereiten. Die restliche Fahrzeugbesatzung bereitete die Schiebeleiter vor, damit die Person wie auf einer Wippe aus dem Container gerettet und dem Rettungsdienst übergeben werden konnte.

Szenario 3: Eingeklemmte Person bei Forstarbeiten

Das dritte Szenario behandelte die Rettung einer eingeklemmten Person bei Forstarbeiten. Ein unachtsamer Moment hatte ausgereicht, um einen Forstarbeiter durch umstürzende Bäume massiv einzuklemmen. Parallel zur Betreuung der verletzten Person ordnete der Gruppenkommandant die Personenrettung mittels Hebekissen an. Dabei wurden die losen Baumstämme zunächst zueinander gesichert und anschließend mithilfe von Druckluft und den Hebekissen so weit angehoben, dass die Person darunter herausgezogen werden konnte.

Szenario 4: Abgestürztes Fahrzeug

Im vierten und letzten Szenario wurde ein abgestürztes Fahrzeug simuliert, dessen Lenker die Kontrolle verloren hatte, eine Böschung hinabgefahren war und durch den Aufprall am Ende der Böschung in seinem Fahrzeug eingeschlossen wurde. Die Einsatzkräfte sicherten das Fahrzeug zunächst mit einem Hubzug und verschafften sich über den Kofferraum Zugang zum Inneren. Anschließend wurde der Lenker mithilfe eines Spineboards schonend aus dem Fahrzeug gerettet, um weitere Verletzungen zu vermeiden.

Nach jeder Übung fand eine kurze Nachbesprechung mit dem jeweils eingeteilten Übungsbeobachter statt. So diskutierte etwa Kommandant außer Dienst HBI Bernhard Holzknecht mit den Teilnehmern des Fahrzeugbrand-Szenarios über die getroffenen Entscheidungen und besprach teilweise alternative Vorgehensweisen. Diese Gespräche boten den Einsatzkräften die Möglichkeit, ihr Handeln zu reflektieren und von den Erfahrungen der Beobachter zu profitieren.